Pflegeplanung

Pflegeplanung als Bestandteil der ganzheitlichen Pflege

Die Pflege von körperlich, psychisch oder seelisch beeinträchtigten Menschen ist an sich bereits eine schwere Tätigkeit. Was viele Patienten und Angehörigen oft nicht sehen, ist der Aufwand, der abseits des Patienten anfällt. Nur mit einer individuell auf den Pflegenden abgestimmten Pflegeplanung ist es möglich, alte Kräfte zu reaktivieren oder zumindest ein würdevolles und selbstbestimmtes Leben zu garantieren.

Standard Systeme ist spezialisiert auf den Pflegebedarf. Ob Unterstützung und Beratung rund um die Pflegebedürftigkeit, Pflegehilfsmittel oder therapeutische Hilfsmittel – unsere Produktpalette reicht von maßgeschneiderten Dokumentationshilfen bis hin zu praxisnahen Dienstleistungen.

Formulierungshilfen und Fachliteratur für die Pflegeplanung

Damit bei der Erstellung von langzeitlichen Pflegedokumentationen keine Missverständnisse auftreten, müssen vier grundlegende Bereiche ausformuliert werden:

  • Pflegediagnose
  • Pflegeziele
  • Pflegemaßnahmen
  • Evaluation

Mit Hilfe der einheitlichen Formulierungshilfen von Standard Systeme bleiben alle getroffenen Diagnosen und Maßnahmen aussagekräftig. Für die tägliche Arbeit am Patienten mit einer umfangreichen Pflegeplanung sind die Formulierungshilfen für die Aktivitäten des täglichen Lebens (ATL), Aktivitäten und Erfahrungen des täglichen Lebens (AEDL) sowie zur Begutachtung der Pflegegrade (SIS & BI) unverzichtbare Nachschlagewerke für Pflegekräfte.

Die aktuelle Fachliteratur für die Pflegeplanung implementiert alle Expertenstandards, die bis zum November 2018 ermittelt wurden, sowie die Beziehungsgestaltung von pflegebedürftigen Patienten mit anerkannter Demenz.

Mit der umfangreichen Fachliteratur und den regelmäßigen Erweiterungen ermöglichen Sie Ihren Patienten eine optimierte und verbesserte Pflegequalität.

zu den Formulierungshilfen

Pflegeplanung mit detaillierten Softwarelösungen

e-selekt steht für eine einfache und übersichtliche Pflegeplanung in der ambulanten und stationären Pflege.

Die Umstellung von bisheriger papiergestützter Pflegedokumentation auf eine ausführlichen Softwarelösung gelingt damit komplikationslos. Sämtliche Daten und Informationen über die zu pflegenden Personen werden übersichtlich erfasst und für die Pflegeplanung aufbereitet:

  • Biografische Daten
  • Erstgespräch
  • Anamnese
  • Risiken

Tagesaktuelle Pläne für die Pflegeplanung werden separat erfasst und für den Druck vorbereitet. Durch über 1400 integrierte Formulierungshilfen können Pflegeziele und Pflegemaßnahmen sofort und professionell evaluiert werden.

Darüber hinaus bietet Standard System nicht nur die rein elektronischen Lösungen der Pflegeplanung, mit plan2care können Sie die papiergestützte Pflegeplanung mit der elektronischen Pflegeplanung kombinieren.

Zur Pflegesoftware

Papiergestützte Pflegeplanung

Um die Pflegeplanung mit einem präzisen System auszugestalten, nutzen Sie das umfangreiche Formularsystem von Standard Systeme. Einem logischen Aufbau folgend, können damit alle pflegerischen Herausforderungen gemeistert werden.

Ein Pflegeplan möchte gut strukturiert erscheinen und somit ist es notwendig, auch in der kurzen Zeit bei den Patienten alle Auffälligkeiten und Veränderungen festzuhalten. Daraus lassen sich schnell Rückschlüsse ziehen, die auf Verbesserungen oder Verschlechterungen des gegenwärtigen Zustands schließen lassen. Zudem sind die Pflegeplanung und Pflegedokumentation unerlässlich, da sich nicht immer nur eine Person um die Betroffenen kümmern kann.

Die korrekte und aktuelle Erfassung der Pflegemaßnahmen sowie die Evaluation lassen sich mit einer papiergestützten Pflegeplanung optimal verwirklichen. Die Pflegeplanung und -dokumentation weicht in einer stationären Einrichtung, einem ambulanten Pflegedienst oder einem Krankenhaus durchaus ab – für jeden Zweck führt Standard Systeme vorgefertigte Formulare.

Zur Pflegedokumentation

Pflegeplanung: Definition und Nutzen in der Pflege

Die Pflegeplanung ist eine zielorientierte und strukturierte Vorgehensweise in der Betreuung von pflegebedürftigen Personen durch ausgebildete Fachkräfte. Im Unterschied zur Pflege durch Angehörige wird die Pflegeplanung von professionellen und fachlich geschulten Pflegekräften nach vorbestimmten Expertenstandards vorgenommen. In der Pflegeplanung werden neben einer ausführlichen Anamnese auch die Ziele der Pflege aufgeführt. Um Verbesserungen im Zustand des Pflegebedürftigen zu erreichen, sind umfangreiche Pflegemaßnahmen notwendig. Aus den Zielen und den dafür nötigen Maßnahmen werden Evaluationen abgeleitet.

Der Nutzen einer dokumentierten Pflegeplanung liegt darin, die Pflegemaßnahmen zu verändern oder zu erweitern, um die vorher definierten Ziele zu erreichen. Im komplexen Pflegeprozess ist die Pflegeplanung ein wichtiger Bestandteil.

Pflegeplanung als Bestandteil des Pflegeprozesses

Die Pflegeplanung dient als Grundlage des gesamten pflegerischen Handelns. Sie basiert auf pflegewissenschaftlichen Erkenntnissen. Die Pflegeplanung beinhaltet neben den Dokumentationen des Gesundheitszustandes und der daraus resultierenden Erkenntnisse auch die Handlungsoptionen in den unterschiedlichen Phasen des Pflegeprozesses. Die Handlungen, die aufgrund der Pflegeplanung an den pflegebedürftigen Patienten vorgenommen werden, werden mit Hilfe von wissenschaftlichen Erkenntnissen aus der Kybernetik, der System- und Entscheidungstheorie verfasst.

Der erste Schritt in der Pflegeplanung ist das Sammeln von Informationen über den Patienten, darauf folgt das Pflegeassessment und anschließend das Erkennen von freien Reserven sowie Problemen im pflegerischen Ablauf. Die Pflegeplanung erfolgt in mehrstufigen Phasenmodellen. Sie ist sinnbildlich die Bedienungsanleitung für den zu pflegenden Patienten.

Bei der Pflegeplanung steht der Betroffene im Mittelpunkt. Die ausführliche Informationssammlung dient dazu, die besten Maßnahmen für den Patienten zu ergreifen. Probleme, Bedürfnisse und Fähigkeiten des Pflegebedürftigen werden erkannt und die pflegerischen Handlungen darauf ausgerichtet. Damit werden Erfolgserlebnisse geschaffen, die dem Betroffenen Motivation geben, die weiteren Maßnahmen zu absolvieren.

Zudem dient die Pflegeplanung dazu, Pflegefehler zu verhindern und eventuelle auftretende Missstände frühzeitig zu erkennen und zu beseitigen.

Ziele der Pflegeplanung

Pflegeziele beantworten die Frage, was durch die Pflege und die speziellen Maßnahmen erreicht werden soll. Die Selbstbestimmung wird dem Betroffenen zurückgegeben. Mit Hilfe der Pflegemaßnahmen lassen sich zudem defizitäre Schwächen ausgleichen. Zusätzlich sollen dadurch Pflegefehler frühzeitig erkannt und verbessert werden.

Elemente der Pflegeplanung

Die vier grundlegenden Elemente in der Pflegeplanung sind:

  • Pflegeziele: Nach der Informationssammlung erfolgt das Aufstellen von Zielen anhand der vorhandenen Fähigkeiten und Vorlieben. Pflegeziele werden zum besseren Verständnis und zur Erreichung derer
    • positiv formuliert.
    • so formuliert, als habe man sie schon erreicht.
    • realistisch gewählt.
    • messbar und überprüfbar aufgestellt.
    • anhand der vorhandenen Problemstellung aufgestellt.
Beobachtung / Dokumentation Ziel
Patient X trinkt wenig. Es besteht die Gefahr der Dehydration. Patient X trinkt eigenständig die nötige Tagesmenge.
Patient X hat einen wankenden Gang und ist stark sturzgefährdet. Patient X ist sicher im Gehen und stürzt nicht.
Patient X vernachlässigt die Körperhygiene. Körperhygiene ist ausgeführt.
  • Pflegemaßnahmen: Zur Erreichung der Pflegeziele werden gemeinsam konkrete Maßnahmen geplant.
Beobachtung / Dokumentation Maßnahme
Patient X vernachlässigt die Körperhygiene. Anleitung zur Körperhygiene täglich nach dem Wecken durch die Pflegekraft.
  • Vier Grundformen von Pflegeplänen: Dabei wird unterschieden zwischen schulischen und praktischen Zwecken. Das Aufstellen der Pflegepläne erfolgt nach dem Vier-Felder-Schema.
Didaktisch Praktisch
Standardisiert Dient zu Lehrzwecken Anwendung in der praktischen Pflege ohne direkten Bezug auf einen bestimmten Patienten
Individuell Dient zu Lehrzwecken mit einem konkreten fiktiven Beispiel Anwendung in der praktischen Pflege auf einen individuellen Patienten abgestimmt
  • Aufstellen einer konkreten und individuellen Pflegeplanung: Der Pflegeplan ist unerlässlich, um die Betroffenen wieder am alltäglichen und sozialen Leben teilhaben zu lassen. In der Dokumentation sieht ein Pflegeplan so aus:
Probleme Ziele Maßnahmen Evaluation
Patient X vernachlässigt die Körperhygiene. Körperhygiene ist ausgeführt. Anleitung zur Körperhygiene täglich nach dem Wecken durch die Pflegekraft. Das Ziel ist erreicht.
  • Formulierungshilfen für die Pflegedokumentation: Häufig bestehen in der Ausformulierung von konkreten Zielen und Maßnahmen Unsicherheiten. Fachliteratur und Formulierungshilfen sowie elektronische Pflegeplanungen helfen dabei sicher weiter.

Aufbau der Pflegeplanung: Unterschiedliche Phasen-Modelle

Die Pflege im deutschsprachigen Raum wird hauptsächlich nach dem Sechs-Phasen-Modell von Fiechter und Meier ausgeübt. Die deutsche Pflegewissenschaftlerin Monika Krohwinkel erarbeitete mit Hilfe einer schärferen Begriffsdefinition ein Vier-Phasen-Model, welches sich zukünftig durchsetzen könnte:

  1. Assessment: Informationen sammeln und diagnostizieren
  2. Pflegeplanung
  3. Durchführung der pflegerischen Maßnahmen
  4. Evaluation

Da derzeit noch das Sechs-Phasen-Modell dominiert, möchten wir darauf näher eingehen. Derzeit gilt dieses Modell noch als gesicherte Lösung, um einen optimalen Pflegebetrieb zu organisieren.

  1. Sammlung von Informationen
  2. Die Dokumentation von Informationen erhält eine notwendige und besonders wichtige Stellung in der Pflegeplanung. Sowohl der Betroffene selbst teilt sich in Gesprächen den Pflegekräften mit, als auch Angehörige oder Mitarbeiter der sozialen Anlaufstellen können über den Betroffenen Auskunft geben.

    Sowohl im wichtigen Aufnahmegespräch als auch im regulären Tagesablauf werden so Informationen gesammelt und die Pflegeplanung aktualisiert.

    In erster Linie kann so eine vertrauensvolle zwischenmenschliche Beziehung zwischen Pflegekraft und Betroffenem aufgebaut werden. Gleichzeitig wird damit der aktuelle Zustand ermittelt.

  3. Probleme und Ressourcen des pflegebedürftigen Patienten erkennen
  4. In dieser sensiblen Phase geht es hauptsächlich darum, die Fähigkeiten zu erkennen, die der Pflegebedürftige noch mitbringt. Das Vorhandensein von Ängsten oder Einschränkungen kann schnell erkannt werden.

    Ist ein Patient körperlich eingeschränkt, kann die Pflegeplanung dahingehend angepasst werden. Die Ressourcen werden in äußere und innere unterteilt. Zu den inneren Ressourcen zählen alle Fähigkeiten, die im Rahmen der Pflegeplanungen neu geweckt werden sollen. Zu den äußeren Ressourcen zählen Hilfsmittel, die der Pflegebedürftige im Alltag benötigt, sowie das Vorhandensein einer bedarfsgerechten Wohnung oder die bestehenden sozialen Kontakte.

  5. Ziele für die Pflege festlegen
  6. Anhand der dokumentierten Ergebnisse können die Pflegeplanungen nun detailliert ausgearbeitet werden. Im ersten Schritt sollen kleine Etappenziele dem Pflegebedürftigen neues Selbstvertrauen geben und ihn zum Weitermachen animieren. Weiterhin können langfristige Pflegeziele festgelegt werden, die nach Ablauf eines festen Zeitrahmens erreicht werden sollten. Die Ziele müssen konkret formuliert werden, verständlich sein und positiv vermittelt werden.

  7. Planung von zielgerichteten Pflegemaßnahmen
  8. Die Pflegemaßnahmen bilden den Leitfaden für die Pflegekräfte. Alle erforderlichen Maßnahmen müssen konkret und verständlich abgebildet sein. Eine Orientierungshilfe dabei sind die fünf W-Fragen:

    • Wer soll die Pflegemaßnahmen ausführen?
    • Was soll konkret zur Zielerreichung getan werden?
    • Wie soll die Pflegeplanung ablaufen?
    • Wie viele Maßnahmen sollen aufgenommen werden?
    • Wie oft muss die Pflegemaßnahme wiederholt werden?

    Um die pflegerischen Maßnahmen durchsetzen zu können, muss auch der Patient diese kennen und akzeptieren.

  9. Durchführung der Pflegemaßnahmen
  10. Akkurat nach den festgelegten Vorgaben müssen alle pflegerischen Maßnahmen umgesetzt werden. Dazu gehören neben Tätigkeiten im Haushalt die Grundpflege und die Förderung von sozialen Kompetenzen, Mobilität und alltäglichen Fähigkeiten.

    In der Umsetzung der Pflegeplanung müssen der Patient, die Pflegekräfte, Angehörige und Mediziner Hand in Hand zusammenarbeiten. Pflegestandards sollen dabei eingehalten werden.

  11. Evaluation der einzelnen Maßnahmen
  12. Alle an der Pflegeplanung beteiligten Personen werten nach festgesetzten Zeiträumen die aufgestellten Maßnahmen aus. Dabei wird ausführlich dokumentiert, welche Ziele erreicht wurden und inwieweit noch nachgebessert werden muss. Das Aufstellen neuer Pflegeziele fällt ebenfalls in den Bereich der Evaluation.